Rückblick «a tavola!» # 022 / 09.12.2012

Vorspeise

Vorspeise: Süsskartoffelküchlein mit Koriander-Joghurt-Sauce // Clara Lua 2009, Château Miraval, Côteaux Varois en Provence

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Vorspeise: Spinatsalat mit geröstetem Fladenbrot, Feta und Pinienkernen // Clara Lua 2009, Château Miraval, Côteaux Varois en Provence

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Vorspeise: Gebackene Auberginen an Safran-Joghurt-Sauce mit Granatapfel- und Pinienkernen // Clara Lua 2009, Château Miraval, Côteaux Varois en Provence

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Hauptgang: Gebratene Entenbrust an Membrillo-Sherry-Sauce mit Pastinakenstock und Federkohl // Ombra barrica 2010, La Cova del Vins, Montsant, Catalunya

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Käse: «Godminster Cheddar», «Shropshire Blue», «Stinking Bishop» // Ombra barrica 2010, La Cova del Vins, Montsant, Catalunya

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Dessert: Schokoladenkuchen «Nemesis» mit Kaiserbirne aus dem Ofen und Crème fraîche

Ich habe eine ziemlich umfangreiche Kochbuchsammlung und es gibt viele Bücher, die ich nicht missen möchte – aber meine allerliebsten Kochbücher sind eindeutig diejenigen des River Cafés, dem bekannten Londoner Restaurant von Ruth Rogers und Rose Gray, die nach meinem Verständnis «italienischer» kochen als die Italiener selbst. Seit Jahren von den beiden Frauen inspiriert, hegte ich den Wunsch, eines Tages einmal selbst in ihrem Restaurant Gast zu sein und die River Café-Küche in Echt zu erleben und zu schauen, ob sie meinen hohen Erwartungen gerecht werden würden. Vor ein paar Wochen schliesslich wurden sie es.

Im Herbst war ich nämlich auf einer 5-tägigen Gourmet-Reise in London, während der ich nebst im River Café auch im NOPI von Yotam Ottolenghi, im Moro von Sam und Sam Clark und im St. John von «from nose to tail»-Pionier Fergus Henderson gespiesen habe. London bot mir einen kulinarischen Höhenflug, wie ich ihn in Zürich leider noch nicht erleben konnte. Irgendwie hinkt unsere Stadt auf kulinarischer Ebene den richtigen Grossstädten um einiges hinterher. Es fehlt, so scheint es mir, der Mut und die Kreativität, etwas Neues, Anderes zu schaffen, stattdessen wird Durchschnittliches kopiert. Vielleicht ist der Konkurrenzdruck zu klein, sodass man sich in der hiesigen Gastronomie auf Altbewährtem ausruhen kann, während in Städten wie London oder New York etwas Innovatives geboten werden muss, um in der Gastroszene überleben zu können.

Wie dem auch sei, inspiriert von meiner kleinen Fress-Reise durch London, wollte ich meinen Gästen meine kulinarischen Erlebnisse nicht vorenthalten.

Zunächst wurden drei verschiedene Vorspeisen aufgetischt, die die Handschrift des NOPI und Moros trugen: Süsskartoffel-Küchlein mit einer Koriander-Joghurt-Sauce, ein Spinatsalat mit Feta, geröstetem Fladenbrot und Pinienkernen und gebackene Auberginen mit einer Safran-Joghurt-Sauce und Granatapfel- und Pinienkernen.

Beim Hauptgang kam wiederum das Moro zum Zug, das sich der spanisch-orientalischen Küche verschrieben hat: Gebratene Entenbrust an Membrillo-Sherry-Sauce (Membrillo heisst die spanische Variante des Quittenpästli, die zu Schafskäse gegessen wird), dazu gab es Pastinaken-Stock und Federkohl.

Englisch wurde es beim Käsegang: Im British Cheese Center in der Markthalle im Viadukt kaufte ich drei verschiedene Käse von der Insel, die, zumindest, was den Käse anbelangt, alle Vorurteile gegenüber der kulinarischen Fähigkeiten der Engländer zunichte machten. Es wurden aufgetischt: «Godminster Cheddar», ein cremiger, feiner Cheddar, der einem Babybel gleich in eine rote Wachshülle eingepackt wurde, «Shropshire Blue», ein mit dem Gewürz Annatto orange eingefärbter Blauschimmelkäse, was für den Schweizer Käseliebhaber ungewohnt-bunt daherkommt, und schliesslich der «Stinking Bishop», ein Weichkäse, der seinem Namen alle Ehre machte und gemäss der Verkäuferin Prinz Charles‘ Lieblingskäse ist.

Das River Café kam beim Dessert zum Zug: Sein berühmter Schokoladenkuchen «Nemesis», einzuordnen irgendwo zwischen Kuchen und Truffe, wurde mit Kaiserbirnen aus dem Ofen und einem die Süsse und Intensität der Schokolade neutralisierenden Klacks Crème fraîche serviert.

Wer nun Lust auf eine Londoner Kulinarik-Reise hat, der bedenke, dass in diesen Lokalen ausreichend früh reserviert werden muss, also vielleicht zuerst im Restaurant reservieren und dann entsprechend einen Flug buchen.

Goodbye & see you soon!

 

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